Generationen-Mentoring: Gemeinsam lernen. Gemeinsam wachsen.
Beim Generationen-Mentoring treffen sich Menschen unterschiedlicher Altersgruppen, um voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu bereichern. Diese besondere Form des Austauschs schafft Brücken zwischen den Generationen und fördert das Verständnis füreinander.
Visuelle Einführung
Erwartung
Als ich mich bei einem Projekt für Generationen-Mentoring anmeldete, hatte ich gemischte Gefühle. Ich, Mitte 20, sollte einer älteren Dame bei der Digitalisierung helfen? Obwohl ich mich mit Technik auskenne, machte ich mir Sorgen, ob ich geduldig genug sein würde. Beim ersten Telefonat mit Frau Meier, einer ehemaligen Deutschlehrerin, war ich sofort von ihrer herzlichen Art angetan. Sie erzählte mir, wie sehr sie sich darauf freue, endlich mit ihren Enkeln über Video zu chatten. Ich beschloss, mich gründlich vorzubereiten und schrieb mir einfache Anleitungen auf – schließlich wollte ich ihr den Einstieg so leicht wie möglich machen.
Eintauchen
Unser erstes Treffen in der Stadtbibliothek war ein voller Erfolg. Die ruhige Atmosphäre umgab uns, während wir uns an einem Tisch niederließen. Frau Meier hatte ein Notizbuch dabei, in dem sie sorgfältig ihre Fragen notiert hatte. Als ich ihr zeigte, wie sie ihr Tablet bedient, strahlte sie über das ganze Gesicht und bemerkte erfreut, wie einfach es doch sei, wenn man es einmal verstanden habe. Ihre Begeisterung war ansteckend. Zwischen den Erklärungen erzählte sie mir von ihrer Zeit als Lehrerin in den 80er Jahren – eine Welt ohne Smartphones und Internet. Ich war fasziniert von ihren Geschichten und merkte gar nicht, wie die Zeit verging.
Reflexion
Als ich nach unserem Treffen nach Hause ging, spürte ich eine tiefe Zufriedenheit. Es war nicht nur das gute Gefühl, geholfen zu haben – ich hatte selbst so viel gelernt! Frau Meier hatte mir nicht nur Einblicke in eine vergangene Zeit gegeben, sondern mir auch gezeigt, wie wertvoll Geduld und Neugierde sind. In den darauffolgenden Wochen entwickelte sich unsere Beziehung zu einer echten Freundschaft. Heute schicken wir uns nicht nur Nachrichten über WhatsApp, sondern treffen uns regelmäßig zum Kaffeetrinken. Das Generationen-Mentoring hat mir gezeigt, dass wir voneinander lernen können, egal in welchem Lebensabschnitt wir uns befinden – und dass echte Verbindungen entstehen, wenn wir uns aufeinander einlassen.
- Überlege dir, welche Fähigkeiten oder Interessen du teilen möchtest und was du lernen willst. Vielleicht kannst du technisches Wissen anbieten und möchtest gleichzeitig von Lebenserfahrung profitieren?
- Informiere dich über lokale Programme wie 'Alt hilft Jung' in deiner Stadt oder erkunde Online-Plattformen für den Generationenaustausch.
- Erstelle ein Profil mit deinen Interessen, Fähigkeiten und dem gewünschten Zeitaufwand. Sei dabei offen und ehrlich, was du suchst und anbieten kannst.
- Nimm an einem Kennenlerngespräch teil, um deine/n zukünftige/n Mentoring-Partner/in kennenzulernen. Ein erstes Treffen in einer öffentlichen Umgebung ist empfehlenswert.
- Vereinbare mit deinem Mentoring-Partner regelmäßige Treffen und setzt euch gemeinsam realistische Ziele. Überlegt euch zum Beispiel, welche konkreten Fähigkeiten ihr jeweils erlernen oder verbessern wollt.
- Tauscht euch regelmäßig aus und passt die Zusammenarbeit bei Bedarf an. Offene Kommunikation ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Mentoring-Beziehung.
- Reflektiere regelmäßig über deine Erfahrungen und teile Feedback mit deinem Mentoring-Partner. Was läuft gut? Was könnt ihr verbessern?
- Offenheit für den Austausch mit Menschen anderer Generationen
- Grundlegende Kommunikationsfähigkeiten
- Wöchentlich 1-2 Stunden Zeit für den Austausch
- Bereitschaft, voneinander zu lernen
- Geduld und Einfühlungsvermögen
- Bei digitalem Austausch: Grundkenntnisse in der Techniknutzung
Das Generationen-Mentoring findet in geschützten Räumen oder online statt. Alle Teilnehmer verpflichten sich zu Respekt und Wertschätzung. Persönliche Treffen werden in öffentlichen Orten wie Bibliotheken oder Gemeindezentren empfohlen. Die Teilnahme ist freiwillig und kann jederzeit beendet werden. Für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen stehen barrierefreie Optionen zur Verfügung.