Rudern entdecken: Vom Anfänger zum Wasserprofi
Rudern verbindet Ausdauersport mit Naturerlebnis und ist eine der gesündesten Ganzkörpersportarten. Ob allein im Einer oder im Team - beim Rudern findest du deinen Rhythmus auf dem Wasser und lernst gleichzeitig wunderschöne Landschaften vom Wasser aus kennen.
Visuelle Einführung
Erwartung
Schon als Kind habe ich fasziniert den Ruderern auf dem See zugeschaut. Die gleichmäßigen Bewegungen, das sanfte Gleiten über das spiegelglatte Wasser - das wollte ich auch können. Als ich mich endlich traute, war das Herzklopfen kaum auszuhalten. Ob ich das schaffe? Ohne ins Wasser zu fallen? Die Vorfreude war riesig, als ich mich beim örtlichen Ruderverein für den Schnupperkurs anmeldete. Die erste Theoriestunde war spannend - die Komplexität des Ruderns wurde schnell deutlich Es geht nicht einfach nur um Kraft, sondern um Technik, Rhythmus und vor allem ums Gefühl fürs Wasser.
Meine Ausrüstung war schnell zusammen: enge Sportkleidung, die auch nass werden darf, eine Kopfbedeckung gegen die Sonne und eine wiederverwendbare Trinkflasche. Die Tage bis zum ersten Training zogen sich wie Kaugummi. Ich stellte mir vor, wie es sein würde, selbst das Boot zu steuern, den Fahrtwind im Gesicht zu spüren. Gleichzeitig hatte ich Respekt vor der Technik - schließlich wollte ich nicht als "Seiteneinsteiger" enden, wie man im Ruderjargon so schön sagt.
Eintauchen
Der große Tag auf dem See war magisch. Das wackelige Gefühl, als ich vorsichtig ins Boot stieg, werde ich nie vergessen. Der Trainer wirkte beruhigend und erklärte, ich solle mich einfach vom Wasser tragen lassen. Und tatsächlich - je mehr ich mich entspannte, desto stabiler wurde das Boot. Beim ersten kräftigen Zug spürte ich sofort, wie das Boot unter mir Fahrt aufnahm. Das sanfte Plätschern der Ruder, das leise Klackern der Dollen, der frische Duft nach Wasser und Schilf - ein Gefühl von Freiheit, wie ich es noch nie zuvor erlebt hatte.
Nach den ersten zaghaften Versuchen fand ich meinen Rhythmus. Ich konzentrierte mich auf die richtige Reihenfolge der Bewegungen. Die Sonne brannte auf meinen Nacken, während ich mich konzentrierte, die Bewegungen fließend auszuführen. Plötzlich verstand ich, warum manche Ruderer von "Meditation in Bewegung" sprechen. Die Gedanken wurden ruhig, nur noch der Rhythmus zählte. Als eine Entenfamilie vorbeischwamm und mich neugierig musterte, musste ich lächeln - das war mein Moment des völligen Einklangs mit der Natur.
Beim Wenden wurde es dann doch noch spannend. Das Boot schaukelte bedrohlich, als ich die Ruder falsch herum einsetzte. Der Trainer rief, ich solle mich nicht verkrampfen. Ich atmete tief durch, korrigierte die Haltung - und plötzlich glitt das Boot wieder ruhig dahin. Dieser Moment des Über-sich-Hinauswachsens, das Gefühl, eine Herausforderung gemeistert zu haben - das war purer Adrenalinkick!
Reflexion
Nach der ersten Stunde war ich völlig erledigt, aber glücklich wie schon lange nicht mehr. Jeder Muskel schmerzte, aber auf eine gute Art. Zu Hause unter der Dusche spürte ich noch immer das sanfte Schaukeln des Bootes. Beim Abendbrot mit meiner WG erzählte ich begeistert von meinem Erlebnis - und war überrascht, wie viele meiner Freunde auch schon immer mal rudern wollten.
In den folgenden Wochen wurde aus dem Schnupperkurs eine Leidenschaft. Jedes Mal, wenn ich jetzt am Ufer stehe und die Ruderer auf dem Wasser beobachte, muss ich schmunzeln. Ich gehöre jetzt dazu, zu dieser besonderen Gemeinschaft von Menschen, die das Glück gefunden haben, auf dem Wasser zu Hause zu sein. Rudern hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, sich regelmäßig Auszeiten zu nehmen - nicht nur für den Körper, sondern vor allem für die Seele.
Mittlerweile bin ich trainiere regelmäßig mit einem Ruderergometer und trainiere regelmäßig mit meinem Verein. Die ersten Wettkämpfe stehen an, und während ich das schreibe, lächele ich bei dem Gedanken daran, wie alles mit diesem einen Schnupperkurs begann. Manchmal muss man einfach den Mut haben, etwas Neues auszuprobieren - wer weiß, wohin es einen trägt!
- Informiere dich über örtliche Rudervereine oder -schulen in deiner Nähe - viele bieten kostenlose Schnupperkurse an
- Buche einen Anfängerkurs, um die Grundlagen von erfahrenen Trainern zu lernen (dauert meist 5-10 Stunden)
- Lerne die wichtigsten Sicherheitsregeln und Kommandos kennen - Sicherheit geht vor!
- Beginne mit dem Training an Land (Rudergerät) zur Vorbereitung aufs Wasser
- Beginne mit geführten Touren in Begleitung
- Übe regelmäßig, um ein Gefühl für das Boot und die Technik zu bekommen - Übung macht den Meister
- Steigere dich langsam und erkunde verschiedene Gewässer in deiner Umgebung
- Sicheres Schwimmen (mindestens ein Schwimmabzeichen empfohlen)
- Ruderverein oder -schule in der Nähe finden
- Bequeme, enge Sportkleidung (keine weiten Hosen)
- Sonnenschutz (Kappe, wasserfeste Sonnencreme)
- Ausreichend zu trinken (mindestens 1 Liter)
- Wechselkleidung für danach
- Geduld und gute Laune
- Grundkondition (nicht zwingend erforderlich, aber hilfreich)
Schwimmwesten sind für Anfänger und bei schwierigen Bedingungen Pflicht. Achte auf Wetterbedingungen und meide Gewässer mit starkem Schiffsverkehr. Bei gesundheitlichen Einschränkungen vorher ärztlichen Rat einholen. Kinder nur unter Aufsicht und mit Schwimmweste rudern lassen. Viele Vereine bieten spezielle Kurse für Menschen mit Handicap an.