Leitfaden

Selbsthilfegruppen in deiner Nähe | Gemeinsam stark durch schwere Zeiten

In unseren Selbsthilfegruppen triffst du Menschen, die Ähnliches durchmachen wie du. Hier kannst du dich austauschen, von Erfahrungen lernen und echte Verbindungen knüpfen – ganz ohne Vorurteile.

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Visuelle Einführung

Person mit Silberring und langärmeligem weißem Hemd
Kreis von Menschen sitzt auf Stühlen auf Grasfeld
Linke Hand einer Person auf violettem Stoff
Schwarz-weiße Skizze eines Mannes
Mann im weißen T-Shirt hält die Hand eines Babys
Gruppe von Menschen, die tagsüber auf einer grauen Asphaltstraße sitzen
Menschen verschiedener Hautfarben geben sich in einem Kreis Faustgruß
Eine Gruppe von Menschen steht im Kreis
Photo by sayan Nath on Unsplash
Gruppe von Menschen, die tagsüber auf einer grünen Wiese sitzen
Eine Gruppe von Menschen, die um einen Baum herumsitzen
Hände sind ineinander verschränkt und zeigen Unterstützung und Verbundenheit
Eine Gruppe von Menschen, die ihre Hände zusammenlegen
Eine Gruppe von Menschen, die sich an den Händen halten
Vogelperspektive auf einen Mann und eine Frau, die sich an den Händen halten
Menschen sitzen tagsüber auf einer grünen Wiese unter einem grünen Sonnenschirm
Photo by Isaac N. on Unsplash
Silhouetten von Freunden, die bei Sonnenuntergang am Wasser tanzen
Eine Gruppe von Menschen steht im Kreis mit zusammengelegten Händen
ein Hund, der vor einer Gruppe von Menschen auf dem Boden liegt
Gruppe von Menschen mit Lichtschwertern
Silhouette von drei Männern, die bei Sonnenuntergang am Meer stehen
Photo by Tep Dara on Unsplash

Erwartung

Die Aufregung war kaum auszuhalten, als ich den Flyer in der Bibliothek entdeckte. "Offene Selbsthilfegruppe – jeder ist willkommen." Meine Hände zitterten leicht, als ich die Nummer abschrieb. Würde ich wirklich hingehen? Die Vorstellung, mich Fremden zu öffnen, war beängstigend, aber der Gedanke, endlich Menschen zu finden, die mich verstehen würden, war stärker. Ich beschloss, es zu wagen – schlimmer als allein konnte es ja nicht werden.

Eintauchen

Der Raum im Gemeindezentrum duftete nach frischem Kaffee und Gebäck. Die Stühle standen im Kreis, keine Tische dazwischen – das schuf sofort eine vertraute Atmosphäre. Als ich meine Geschichte erzählte, spürte ich, wie sich meine verkrampften Schultern langsam lockerten. Die nickenden Köpfe, die verstehenden Blicke – hier musste ich nichts erklären. Die Wärme der Tasse in meinen Händen, das leise Rascheln von Notizzetteln, das gedämpfte Lachen, als jemand eine witzige Anekdote erzählte – alles fühlte sich plötzlich leicht an, fast beschwingt.

Reflexion

Auf dem Heimweg bemerkte ich ein ungewohntes Gefühl in der Brust – Erleichterung. Zum ersten Mal seit langem fühlte ich mich nicht mehr allein mit meinen Gedanken. Die Offenheit der Gruppe hatte mich tief berührt. Heute, Wochen später, gehe ich nicht mehr als Gast, sondern als fester Teil der Gemeinschaft. Und manchmal, wenn ich einem neuen Gesicht die Tür öffne und die bekannte Unsicherheit in den Augen sehe, weiß ich genau: Hier ist gerade jemand dabei, einen genauso wichtigen Schritt zu wagen wie ich damals.

In der Gemeinschaft erfährst du, dass du mit deinen Problemen nicht allein bist. Das Wissen, dass andere ähnliche Herausforderungen meistern, gibt Kraft und Hoffnung.
Erhalte konkrete Tipps und Strategien von Menschen, die selbst betroffen sind und wissen, wovon sie sprechen.
Andere Sichtweisen können dir helfen, deine eigene Situation mit neuen Augen zu sehen und ungeahnte Lösungswege zu entdecken.
Knüpfe neue Bekanntschaften zu Menschen, die dich verstehen und mit denen du dich austauschen kannst.
Indem du deine Erfahrungen teilst, wirst du selbst zur Expertin oder zum Experten und gewinnst an Selbstvertrauen.
Im Gegensatz zu Therapien sind unsere Gruppenangebote in der Regel kostenfrei oder gegen einen kleinen Unkostenbeitrag zu besuchen.
Du bestimmst selbst, wie oft und wie lange du teilnehmen möchtest – ohne langfristige Verpflichtungen.
  1. Überlege dir, bei welchem Thema du Unterstützung suchst (z.B. Lebenskrisen, Gesundheitsthemen, familiäre Herausforderungen)
  2. Informiere dich online über passende Gruppen in deiner Region oder frage bei deiner Krankenkasse nach
  3. Ruf bei der Gruppenleitung an oder schreib eine E-Mail, um mehr zu erfahren
  4. Komm einfach zum nächsten Treffen – du kannst erstmal nur zuhören
  5. Nimm dir 2-3 Treffen Zeit, um dich einzufinden
  6. Tausche dich mit anderen Teilnehmenden aus
  7. Überlege, wie du dich in die Gruppe einbringen möchtest
  • Offenheit für neue Begegnungen
  • Respektvoller Umgang mit anderen Teilnehmenden
  • Bereitschaft, zuzuhören und andere ausreden zu lassen
  • Vertraulicher Umgang mit persönlichen Informationen
  • Pünktlichkeit, um die Gruppendynamik nicht zu stören
  • Eigenverantwortung für das eigene Wohlbefinden
  • Bei Bedarf eigenes Getränk mitbringen

Unsere Selbsthilfegruppen ersetzen keine professionelle Therapie. Bei akuten psychischen Krisen wende dich bitte an den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Tel. 116 117) oder die Telefonseelsorge (0800 1110111). Alle Gespräche unterliegen der Schweigepflicht. Du bestimmst selbst, wie viel du teilen möchtest.

Die meisten Gruppen freuen sich über eine kurze Voranmeldung, aber spontane Besuche sind oft auch möglich. Am besten informierst du dich vorab auf der Website oder per Telefon.
Nach einer kurzen Vorstellungsrunde können Themen besprochen werden, die die Teilnehmenden beschäftigen. Jeder kommt zu Wort, aber niemand muss etwas sagen, was er oder sie nicht möchte.
Die Gruppengröße variiert, meist sind es zwischen 6 und 15 Personen. So ist ein intensiver Austausch möglich, ohne dass jemand zu kurz kommt.
Natürlich! Viele beginnen erstmal als stille Zuhörende. Du bestimmst selbst, wann du dich einbringen möchtest.
Die meisten Gruppen treffen sich wöchentlich oder alle zwei Wochen. Die genauen Termine erfährst du bei der jeweiligen Gruppe.
Ja, viele Gruppen bieten mittlerweile auch digitale Treffen an, die du bequem von zu Hause aus besuchen kannst.
Die Teilnahme ist in der Regel kostenlos. Manche Gruppen sammeln eine kleine Spende für Getränke oder den Raum, dies ist aber keine Voraussetzung für die Teilnahme.
Aber sicher! Viele Teilnehmende waren beim ersten Mal unsicher. Die Gruppen sind darauf eingestellt und heißen neue Gesichter herzlich willkommen.
Das bestimmst du selbst. Manche bleiben über Jahre, andere nur für eine bestimmte Lebensphase. Du kannst jederzeit kommen und gehen, wie es für dich passt.
Die meisten Gruppen werden von ehrenamtlichen Teamerinnen und Teamern geleitet, die selbst Betroffene sind und eine spezielle Schulung absolviert haben.
Das kommt häufiger vor, als man denkt. Sprich die Person einfach an – oft ist es eine schöne Überraschung, sich in diesem Kontext wiederzusehen.
Ja, viele Organisationen bieten Schulungen für neue Gruppenleiterinnen und -leiter an. Sprich uns gerne an, wenn du Interesse hast!

Tritt einer Gruppe bei und erlebe, wie stark gemeinsames Teilen macht!