Leitfaden

Körperscan-Übung: Mehr Achtsamkeit im Alltag

Der Körperscan ist eine sanfte Meditationspraxis, die dir hilft, bewusst mit deinem Körper in Kontakt zu treten und Verspannungen zu lösen. Perfekt für gestresste Großstädter und alle, die im hektischen Alltag zur Ruhe kommen möchten.

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Visuelle Einführung

Eine Frau mit Kopfhörern sitzt in einem Sessel
ein Mann mit Kopfhörern an einem Tisch sitzend
Frau meditiert auf dem Sofa mit Kopfhörern
Eine Frau liegt mit Kopfhörern auf einem Bett
Eine Frau liegt auf einer blauen Couch
ein goldener Skeleton in Meditationshaltung
Junge Frau meditiert auf dem Fußboden zu Hause
Eine Frau sitzt auf einer Yogamatte in einem Raum
Frau in weißem Tanktop
Mann am Boden führt ein Videogespräch am Laptop mit einer Tasse Kaffee
Person in Meditationshaltung
Photo by Max on Unsplash
Mann in schwarzem Hoodie sitzt auf schwarzem Hintergrund
Frau sitzt auf dem Bett
Eine Frau sitzt auf einer Yogamatte in einer Hängematte
Photo by Mina Rad on Unsplash
Eine Frau liegt auf einer blauen Couch
ein Mann, der auf einem Felsen Yoga macht
Eine Frau liegt mit geschlossenen Augen auf der Couch
Mann meditiert in einem hellen, minimalistischen Raum.
Eine junge Frau liegt auf dem Boden in einem Raum
Ein junges Mädchen sitzt auf einem Bett

Erwartung

Nach einem besonders stressigen Tag im Büro, an dem ich zwischen E-Mails, Telefonaten und endlosen Meetings hin- und hergerissen war, beschloss ich, es mit einer Körperwahrnehmungsübung zu versuchen. "Zehn Minuten nur für mich", dachte ich, während ich die Tür meines Zuhauses hinter mir schloss. Die Fahrt nach Hause mit öffentlichen Verkehrsmitteln hatte mich wie so oft völlig erschöpft. Ich erinnerte mich an den Artikel in einer Buchhandlung über Achtsamkeit und dachte: "Warum nicht einfach mal ausprobieren?" Ich schaltete mein Handy aus, zog die gemütliche Wolljacke an, die mir sehr ans Herz gewachsen war, und machte es mir auf dem Teppichboden meines Wohnzimmers bequem.

Eintauchen

Die geführte Anleitung klang beruhigend, beruhigend und einfühlsam. "Nimm deine Zehen wahr", flüsterte sie. Ich spürte, wie sich meine Socken leicht feucht anfühlten – der Regen von draußen. Langsam wanderte meine Aufmerksamkeit nach oben. In meinen Waden spürte ich ein leichtes Kribbeln, vermutlich von der schnellen Fahrt mit dem Fahrrad zum Bahnhof. Als ich bei meinem Bauch ankam, bemerkte ich eine unerwartete Anspannung. "Atme in diese Stelle hinein", riet die Stimme. Mit jedem Atemzug fühlte ich, wie sich die Enge langsam löste. Draußen hörte ich gedämpft den Lärm der Mainzer Landstraße, aber er schien plötzlich weit weg zu sein. Der Duft von frisch gebrühtem Kaffee aus der Küche vermischte sich mit dem sanften Aroma meines Lavendelkissens.

Reflexion

Als ich die Augen wieder öffnete, musste ich zweimal auf die Uhr schauen. Erst nach einer Weile bemerkte ich, dass ich die ganze Zeit über ein leichtes Lächeln auf den Lippen hatte. Mein Körper fühlte sich an, als wäre ich gerade aus einem erholsamen Mittagsschlaf erwacht – nur dass ich die ganze Zeit über hellwach gewesen war. Die Anspannung in meinen Schultern, die ich schon gar nicht mehr bewusst wahrgenommen hatte, war wie weggeblasen. Seit diesem Tag ist der abendliche Körperscan zu meinem persönlichen Ritual geworden, mein kleiner Ruhepol zwischen dem hektischen Arbeitsalltag und dem gemütlichen Feierabend. Manchmal mache ich ihn sogar in der Mittagspause im Büro – einfach auf dem Stuhl sitzend, die Augen geschlossen, für ein paar kostbare Minuten der Stille.

Die Übung aktiviert den Parasympathikus und senkt nachweislich den Cortisolspiegel. Besonders in stressigen Phasen hilft sie, zur Ruhe zu kommen und den Kopf frei zu bekommen.
Durch das systematische Scannen lernst du, feinste körperliche Signale wahrzunehmen. Diese gesteigerte Körperintelligenz hilft dir, Überlastung früher zu erkennen und entsprechend zu handeln.
Die beruhigende Wirkung macht den Körperscan zum idealen Abendritual. Viele Menschen berichten von schnellerem Einschlafen und tieferem, erholsamerem Schlaf.
Durch die nicht-wertende Beobachtung können Betroffene lernen, anders mit chronischen Schmerzen umzugehen. Die Übung verändert nachweislich die Schmerzwahrnehmung im Gehirn.
Körperempfindungen sind eng mit Emotionen verbunden. Der Körperscan hilft, emotionale Zustände besser zu verstehen und zu regulieren, was zu größerer innerer Balance führt.
Das Fokussieren auf einzelne Körperteile schult die Aufmerksamkeit. Diese Fähigkeit überträgt sich auf andere Lebensbereiche und verbessert die allgemeine Konzentrationsfähigkeit.
Die achtsame Zuwendung zum eigenen Körper fördert eine liebevolle Haltung sich selbst gegenüber. Dies stärkt das Selbstwertgefühl und die Selbstakzeptanz im Alltag.
  1. Such dir einen ruhigen Ort, an dem du für 10-20 Minuten ungestört bist. Das kann dein Wohnzimmer, das Schlafzimmer oder auch eine ruhige Ecke im Park sein.
  2. Mach es dir bequem – entweder im Liegen auf einer Yogamatte oder im Bett, oder im Sitzen auf einem Stuhl mit geradem Rücken. Wichtig ist, dass du dich wohlfühlst.
  3. Schließe die Augen und nimm drei tiefe Atemzüge. Spüre, wie du mit jedem Ausatmen etwas mehr zur Ruhe kommst.
  4. Beginne damit, deine Aufmerksamkeit zu deinen Füßen zu lenken. Spüre den Kontakt zum Boden, die Temperatur, mögliche Spannungen – ohne zu bewerten.
  5. Wandere nun langsam mit deiner Aufmerksamkeit durch deinen Körper: von den Füßen über die Beine, das Becken, den Rücken, die Hände, Arme, Schultern, Nacken bis hin zum Scheitel.
  6. Wenn Gedanken auftauchen, ist das völlig in Ordnung. Nimm sie wahr und kehre dann sanft zur Wahrnehmung deines Körpers zurück.
  7. Beende die Übung mit ein paar bewussten Atemzügen. Nimm dir einen Moment, um nachzuspüren, wie es dir jetzt geht.
  • Ein ruhiger Ort (z.B. das eigene Wohnzimmer oder ein ruhiges Plätzchen im Park)
  • Bequeme Kleidung, die nicht einengt
  • Eine weiche Unterlage (Yogamatte, Teppich oder Bett)
  • 10-20 Minuten ungestörte Zeit
  • Eine bequeme Position (liegend oder sitzend)
  • Optional: eine leichte Decke und ein Kissen
  • Geduld und eine neugierige Haltung

Der Körperscan ist für die meisten Menschen sicher. Bei psychischen Erkrankungen oder Traumata sollte die Praxis mit einem Therapeuten besprochen werden. Schwangere sollten eine bequeme Seitenlage wählen. Bei anhaltenden Schmerzen konsultiere bitte einen Arzt. Die Übung kann an individuelle Bedürfnisse angepasst werden.

Am besten täglich, aber selbst ein- bis zweimal pro Woche kann bereits positive Effekte zeigen. Wichtiger als die Dauer ist die Regelmäßigkeit. Schon 5-10 Minuten täglich können einen spürbaren Unterschied machen.
Ja, eine Kurzversion eignet sich perfekt für die Mittagspause. Setze dich aufrecht hin, schließe die Augen und scanne in verkürzter Form deinen Körper – besonders Nacken, Schultern und Atmung. Schon 3-5 Minuten können neue Energie geben.
Nein, das ist ganz normal, besonders wenn du müde bist. Dein Körper nutzt die Entspannung, um Schlaf nachzuholen. Wenn du wach bleiben möchtest, versuche die Übung im Sitzen oder zu einer Tageszeit, zu der du normalerweise wach bist.
Während du bei der Progressiven Muskelentspannung gezielt Muskeln an- und entspannst, geht es beim Körperscan um reine Wahrnehmung ohne aktive Bewegung. Beide Methoden ergänzen sich hervorragend, haben aber unterschiedliche Schwerpunkte.
Nimm die Empfindung zunächst einfach wahr, ohne zu bewerten. Atme in den betroffenen Bereich hinein. Wenn es unangenehm wird, verändere deine Position. Bei anhaltenden Schmerzen konsultiere bitte einen Arzt oder Therapeuten.
Ja, der Körperscan eignet sich besonders gut als Abendritual. Viele Menschen nutzen ihn, um den Tag bewusst abzuschließen und besser einzuschlafen. Achte darauf, nicht in einer unbequemen Position einzuschlafen.
Für den Anfang sind 10-15 Minuten ideal. Mit zunehmender Übung kannst du die Dauer auf 20-30 Minuten steigern. Die Qualität deiner Aufmerksamkeit ist wichtiger als die Dauer.
Für den Einstieg empfehle ich Stille, um die Eigenwahrnehmung zu schulen. Fortgeschrittene können leise, instrumentale Musik oder Naturgeräusche hinzunehmen. Wichtig ist, dass die Klänge nicht ablenken, sondern die Konzentration unterstützen.
Unruhe ist eine normale Reaktion, besonders am Anfang. Nimm sie wahr, ohne zu bewerten, und kehre sanft zur Wahrnehmung deines Atems zurück. Manchmal hilft es, die Aufmerksamkeit auf die Körperstellen zu lenken, die sich ruhig anfühlen.
Ja, eine stehende Variante ist möglich, erfordert aber mehr Übung, um das Gleichgewicht zu halten. Für Anfänger ist die liegende oder sitzende Position besser geeignet, da sie mehr Stabilität bietet.
Der Körperscan lässt sich gut mit Atemübungen oder einer kurzen Meditation verbinden. Viele nutzen ihn als Einstieg in eine längere Meditationspraxis oder als Ausgleich zu aktiveren Entspannungstechniken wie Yoga.
Es gibt kein 'richtig' oder 'falsch'. Wenn du bemerkst, dass du achtsamer mit deinem Körper umgehst und dich nach der Übung entspannter fühlst, bist du auf dem richtigen Weg. Die Wirkung entfaltet sich mit der Zeit von selbst.

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