Dankbarkeitsbriefe schreiben - Wertschätzung zeigen & Freude schenken
Mit einem Dankesbrief zeigst du Wertschätzung auf besondere Weise. Ob für die nette Nachbarin, den hilfsbereiten Kollegen oder die beste Freundin - ein paar aufrichtige Worte können Wunder bewirken.
Visuelle Einführung
Erwartung
Letzte Woche saß ich in meinem Lieblingscafé am Kollwitzplatz und blätterte durch ein altes Poesiealbum. Plötzlich fiel mir ein vergilbter Zettel in die Hände - ein kleiner Dankesbrief meiner Grundschullehrerin, Frau Meier, von vor über zwanzig Jahren. Ich spürte sofort diese Wärme im Bauch, die mich damals schon überkam, als ich den Brief zum ersten Mal in den Händen hielt. Dabei fiel mir ein: Warum schreibe ich nicht selbst mal wieder so einen Brief?
Zu Hause kramte ich mein schönstes Briefpapier hervor, das ich letztes Jahr auf dem Weihnachtsmarkt in Nürnberg gekauft hatte. Der Duft von Tannennadeln und Zimt schien noch zwischen den Seiten zu hängen. Ich zögerte. An wen sollte ich schreiben? Meine Gedanken wanderten zu Herrn Schneider, meinem alten Musiklehrer, der mir damals das Gitarrespielen beigebracht hatte. Würde er sich überhaupt noch an mich erinnern?
Eintauchen
Während ich den Füller in der Hand hielt, spürte ich das kühle Papier unter meinen Fingern. Draußen trommelte der Regen gegen die Fensterscheibe, ein vertrautes Geräusch, das mich an die Nachmittage in der Musikschule erinnerte. Ich roch den leicht modrigen Geruch der alten Notenhefte und hörte das Kratzen von Herrn Schneiders Kreide auf der Tafel, wenn er Akkorde aufzeichnete.
"Lieber Herr Schneider", begann ich und spürte, wie meine Hand leicht zitterte. Die Worte kamen nur zögerlich. Doch dann erinnerte ich mich an den Tag, als ich vor dem großen Vorspiel so nervös war, dass ich am liebsten weggelaufen wäre. Herr Schneider hatte mir einen warmen Kamillentee gemacht und gesagt: "Beim Musizieren geht's nicht um Perfektion, sondern ums Fühlen." Plötzlich flossen die Worte nur so aus mir heraus. Ich schrieb von dem Gefühl, wenn ich heute noch Gitarre spiele und spüre, wie seine Geduld und sein Glaube an mich in jedem Akkord mitschwingen.
Reflexion
Als ich den Brief in den Briefkasten warf, durchströmte mich ein seltsames Gefühl von Leichtigkeit. Es war, als hätte ich ein Stück meiner Vergangenheit neu geordnet. Eine Woche später klingelte mein Telefon. Eine mir unbekannte Nummer. "Hier Schneider", sagte eine tiefe Stimme am anderen Ende. Mein Herz machte einen Satz. Herr Schneider hatte tatsächlich angerufen! Seine Stimme klang brüchig, als er sich bedankte. "So etwas Schönes hat mir noch nie jemand geschrieben", sagte er. "Wissen Sie, ich gehe bald in Rente und habe manchmal gezweifelt, ob ich wirklich etwas bewegt habe."
Dieses Telefonat hat mir gezeigt, wie mächtig ehrliche Worte sein können. Seitdem nehme ich mir jeden Monat Zeit, um jemandem zu schreiben, der mein Leben bereichert hat. Manchmal kommt eine Antwort, manchmal nicht. Aber das Gefühl, Dankbarkeit auszudrücken, ist jedes Mal aufs Neue beglückend. Besonders in unserer hektischen Zeit, in der eine WhatsApp-Nachricht oft das höchste der Gefühle ist, wirken handgeschriebene Worte wie ein kleines Geschenk - für den Empfänger und für einen selbst.
- Such dir einen ruhigen Moment und überlege, wem du dankbar bist - vielleicht jemand, der dich geprägt oder dir in schwierigen Zeiten beigestanden hat.
- Besorge dir schönes Briefpapier oder eine hübsche Karte - das macht die Sache besonders.
- Schreib einfach drauflos, ohne zu sehr über die Form nachzudenken. Es geht ums Gefühl, nicht um Perfektion.
- Sei konkret: Erzähle von bestimmten Momenten oder Eigenschaften, für die du dankbar bist.
- Lies den Brief noch einmal durch und verfeinere ihn, wenn nötig.
- Überlege, ob du den Brief persönlich übergeben, per Post schicken oder vielleicht sogar vorlesen möchtest.
- Mach es dir zur Gewohnheit: Vielleicht jeden Monat einen Brief an jemanden, der dein Leben bereichert hat.
- Schreibzeug (schönes Papier und Stift oder Computer)
- Etwas Zeit in ruhiger Atmosphäre
- Eine Person, der du dankbar bist
- Einen ruhigen Ort zum Schreiben
- Einen schönen Briefumschlag und Briefmarke (falls per Post)
Dankbarkeitsbriefe sind für jeden geeignet. Achte darauf, nur aufrichtige Gefühle auszudrücken und keine Erwartungen an eine Reaktion zu stellen. Bei sensiblen Themen kann es hilfreich sein, den Brief zunächst zu verfassen und später zu entscheiden, ob du ihn abschicken möchtest.