Leitfaden

Schwimmen lernen in Deutschland: Der perfekte Einstieg für Anfänger

Schwimmen zählt zu den gesündesten und gelenkschonendsten Sportarten überhaupt. Egal ob als Wettkampfsport oder entspannter Freizeitspaß - Schwimmen kräftigt den gesamten Körper, verbessert die Kondition und fördert die mentale Ausgeglichenheit. Die Schwerelosigkeit im Wasser macht es zur idealen Sportart für jedes Alter und unterschiedliche Fitnesslevel.

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Visuelle Einführung

Person springt ins Schwimmbecken
Eine Gruppe von Menschen beim Schwimmen in einem Pool
Eine Gruppe von Menschen beim Schwimmen in einem Pool
weiß-grünes Holzpodest am Schwimmbecken
Ein Mann schwimmt mit einer Frisbeescheibe im Pool
Männer beim Schwimmen im Pool
Mann schwimmt im Pool
Fotografie von Wettkampfschwimmern
Mann tagsüber im Schwimmbad
Zwei Männer schwimmen Schmetterling
Person beim Schwimmen im Pool
roter und weißer Schwimmreifen
Photo by James Soley on Unsplash
Schwimmende Frau im Pool
Ein Mann mit weieter Badekappe schwimmt im Pool
Frau im weißen Bikini schwimmt tagsüber im Pool
Schwimmender Mann
Schwarz-weiße Perlenkette auf blauem Untergrund
Eine Gruppe von Schwimmern in einem Schwimmbecken
Ein Schwimmbecken mit aufspritzendem Wasser am Beckenrand
Blaues und weißes Schwimmbecken

Erwartung

Schon als Kind war ich fasziniert vom Element Wasser, aber habe ich das Schwimmen für mich entdeckt. Nach einem stressigen Arbeitstag im Büro sehnte ich mich nach einem Ausgleich, der meinen Rücken stärkt und gleichzeitig den Kopf frei macht. Ich erkundigte mich nach einem Schnupperkurs für Erwachsene. Die nette Dame an der Kasse versicherte mir, dass viele Späteinsteiger bei uns im Verein sind. Am Abend packte ich meine neue Sporttasche mit Badesachen - schließlich soll die Ausrüstung passen, wenn man sich auf Neues einlässt. Trotz Vorfreude machte sich Nervosität breit: Würde ich mich zwischen den geübten Schwimmern wie ein tollpatschiger Anfänger fühlen?

Eintauchen

Das erste Mal im Wasser spürte ich sofort die wohltuende Schwerelosigkeit. Das gechlorte Wasser umspülte meine Haut, während ich mich vorsichtig am Beckenrand festhielt. Unser Trainer, ein ehemaliger Leistungssportler, führte uns mit ruhiger Stimme durch die ersten Übungen. Er erinnerte mich daran, nicht zu vergessen zu atmen, als ich konzentriert die Beinbewegungen des Brustschwimmens übte. Das rhythmische Plätschern des Wassers, der leichte Chlorgeruch, die gedämpften Geräusche unter der Wasseroberfläche - meine Sinne waren hellwach. Nach einigen Bahnen spürte ich, wie sich meine Bewegungen flüssiger anfühlten. Der Trainer lobte mich für meine Fortschritte. Das kühle Nass auf der Haut, das gleichmäßige Ein- und Ausatmen, die gleichmäßigen Bewegungen - ich verstand plötzlich, warum viele vom 'Flow-Gefühl' beim Schwimmen sprechen.

Reflexion

Nach meiner ersten Stunde fühlte ich mich wie neugeboren - körperlich angenehm erschöpft, aber geistig unglaublich klar. Mit der Zeit bemerkte ich erste Veränderungen: Mein Rücken schmerzte weniger, die Haltung verbesserte sich sichtbar. Aus dem anfänglichen 'Ich probier's mal' wurde schnell ein fester Termin in meinem Wochenplan. Besonders überrascht war ich, wie sehr das Schwimmen mir half, nach der Arbeit abzuschalten. Inzwischen gehöre ich zu den Frühschwimmern, die morgens um sieben Uhr ihre Bahnen ziehen - ein perfekter Start in den Tag. Das Schwimmbad ist für mich zu einem Ort der Ruhe und Kraft geworden, an dem ich immer wieder neue Ziele für mich entdecke.

Beim Schwimmen werden nahezu alle Muskelgruppen gleichmäßig beansprucht - von Armen und Schultern über Rumpf und Rücken bis zu den Beinen. Der Wasserwiderstand sorgt für ein effektives Training, während der Auftrieb die Gelenke schont. Besonders für Menschen mit Übergewicht oder Gelenkproblemen ist Schwimmen die ideale Sportart.
Regelmäßiges Schwimmen trainiert das Herz, verbessert die Durchblutung und senkt nachweislich den Blutdruck. Studien der Deutschen Sporthochschule Köln belegen, dass bereits 30 Minuten Schwimmen dreimal pro Woche das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen signifikant reduziert.
Durch die horizontale Lage im Wasser wird die Wirbelsäule entlastet, während die Rückenmuskulatur gestärkt wird. Viele Physiotherapeuten empfehlen speziell Rückenschwimmen zur Vorbeugung und Linderung von Rückenbeschwerden. Die gleichmäßigen Bewegungen fördern zudem die Beweglichkeit der Wirbelsäule.
Das gleichmäßige Gleiten durchs Wasser wirkt meditativ und reduziert nachweislich Stresshormone. Viele regelmäßige Schwimmer berichten von einem klaren Kopf und neuer Energie nach dem Training. Die Kombination aus Bewegung, Atmung und dem Gefühl der Schwerelosigkeit schafft einen idealen Ausgleich zum hektischen Alltag.
Die kontrollierte Atmung beim Schwimmen stärkt die Atemmuskulatur und erhöht die Lungenkapazität. Besonders Asthmatiker profitieren von der feuchten Luft über dem Wasser, die die Atemwege befeuchtet. Studien zeigen, dass regelmäßiges Schwimmen die Lungenfunktion um bis zu 10% verbessern kann.
Je nach Intensität verbrennt Schwimmen zwischen 400-700 Kalorien pro Stunde. Der Kalorienverbrauch ist dabei besonders effektiv, da der Körper durch das kühlere Wasser zusätzlich Energie zur Wärmeproduktion aufwenden muss. Eine Stunde Brustschwimmen verbraucht etwa so viele Kalorien wie eine Stunde Joggen - nur gelenkschonender.
Schwimmvereine und Kurse bieten tolle Möglichkeiten, Gleichgesinnte kennenzulernen. Viele Bäder veranstalten regelmäßig Schwimmtreffs oder organisierte Schwimmgruppen. Der soziale Aspekt motiviert nicht nur, sondern macht das Training auch zu einem schönen Gemeinschaftserlebnis.
  1. Informiere dich beim örtlichen Hallenbad oder Schwimmverein nach Schnupperkursen für Erwachsene - viele Bäder bieten spezielle Kurse für Wiedereinsteiger an.
  2. Besorge dir die Grundausstattung: Eng anliegende Badekleidung, eine gut sitzende Schwimmbrille und Badeschlappen. Eine Beratung im Fachgeschäft lohnt sich, um das passende Equipment zu finden.
  3. Beginne mit kurzen Einheiten von 20-30 Minuten und steigere dich langsam. Zwei bis drei Mal pro Woche 30 Minuten sind ein guter Einstieg, um den Körper nicht zu überfordern.
  4. Starte mit Brust- oder Rückenschwimmen, da diese Techniken für Anfänger leichter zu erlernen sind. Ein paar Stunden mit einem ausgebildeten Schwimmtrainer helfen, die richtige Technik von Anfang an zu verinnerlichen.
  5. Achte von Anfang an auf die richtige Atmung - das ist der Schlüssel zum effektiven Schwimmen. Übe zunächst das Ausatmen ins Wasser, um später nicht außer Atem zu geraten.
  6. Baue regelmäßige Schwimmzeiten in deinen Wochenplan ein und halte sie wie feste Termine ein. Viele Bäder bieten günstige Zeittarife für Berufstätige in den Randzeiten an.
  7. Höre auf deinen Körper und überfordere dich nicht. Ein leichtes Muskelkloßgefühl ist normal, bei Schmerzen oder starker Erschöpfung lieber eine Pause einlegen.
  • Badebekleidung (eng anliegende Badehose/funktionaler Badeanzug)
  • Duschgel, Shampoo und Handtuch
  • Badeschlappen (zur Vorbeugung von Fußpilz)
  • Schwimmbrille (am besten mit entspiegeltem Glas für Hallenbäder)
  • Badekappe (in vielen Bädern Pflicht, besonders für längere Haare)
  • Haarpflegeprodukte für die Dusche danach
  • Wasserdichte Tasche für die nassen Sachen

Schwimmen gilt als eine der sichersten Sportarten, dennoch sollten wichtige Sicherheitsaspekte beachtet werden: Niemals mit vollem Magen oder unter Alkoholeinfluss schwimmen. Vor dem Sprung ins Wasser unbedingt abduschen, um den Körper an die Temperatur zu gewöhnen. Besondere Vorsicht gilt in Freibädern und Badeseen - hier nur an bewachten Badestellen ins Wasser gehen. Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten vor dem Schwimmen unbedingt ihren Arzt konsultieren. Es wird empfohlen, nie alleine zu schwimmen und auf die eigenen körperlichen Grenzen zu achten. Spezielle Schwimmkurse für Ängstliche oder Wiedereinsteiger werden in vielen Bädern angeboten.

Als Einsteiger empfehlen sich zwei bis drei Einheiten pro Woche zu je 30-45 Minuten. Wichtiger als die Länge der Einheiten ist die Regelmäßigkeit. Der Körper braucht Zeit, sich an die neue Belastung zu gewöhnen. Nach etwa vier bis sechs Wochen kannst du die Einheiten langsam auf 45-60 Minuten steigern.
Brustschwimmen ist für die meisten Einsteiger am einfachsten zu erlernen, da die Atmung natürlich erscheint. Allerdings ist die Technik anspruchsvoller, als sie aussieht - viele machen den Fehler, den Kopf zu stark zu heben, was zu Nackenverspannungen führt. Rückenschwimmen ist besonders rückenschonend und eignet sich gut für den Einstieg. Kraulen ist zwar technisch anspruchsvoller, aber sehr effektiv, sobald die Grundlagen sitzen.
Die Grundausstattung besteht aus einer gut sitzenden Badebekleidung, einer Schwimmbrille und Badeschlappen. Eine Badekappe ist in vielen Bädern Pflicht, besonders für längere Haare. Für Fortgeschrittene können Schwimmflossen, ein Pullbuoy oder ein Paddel das Training bereichern. Wichtig ist, dass die Ausrüstung bequem sitzt und nicht einschränkt.
Beginne mit kurzen Strecken und regelmäßigen Pausen. Die 'Intervallmethode' eignet sich gut: 1-2 Bahnen schwimmen, kurz pausieren, wiederholen. Mit der Zeit die Schwimmstrecken verlängern und die Pausen verkürzen. Wichtig ist, im eigenen Tempo zu bleiben und sich nicht mit geübten Schwimmern zu vergleichen. Regelmäßigkeit ist der Schlüssel zur Verbesserung der Ausdauer.
Ja, Schwimmen ist hervorragend zum Abnehmen geeignet, da es viele Kalorien verbrennt und den Stoffwechsel ankurbelt. Eine Stunde Brustschwimmen verbraucht etwa 500-700 Kalorien, Kraulen sogar noch mehr. Wichtig ist eine Kombination aus Ausdauertraining und Technikübungen. Für optimale Ergebnisse sollte das Schwimmtraining mit einer ausgewogenen Ernährung kombiniert werden.
Bei Ohrenschmerzen nach dem Schwimmen kann Wasser im Gehörgang die Ursache sein. Neige den Kopf zur Seite und ziehe vorsichtig am Ohrläppchen, um das Wasser abfließen zu lassen. Spezielle Ohrentropfen aus der Apotheke können helfen, das Wasser zu entfernen. Bei anhaltenden Schmerzen oder Entzündungen sollte unbedingt ein HNO-Arzt aufgesucht werden. Zur Vorbeugung können spezielle Schwimmohrstöpsel helfen.
Nach einer großen Mahlzeit sollten etwa zwei Stunden vergehen, bevor man schwimmen geht. Ein leichter Snick wie eine Banane oder ein Müsliriegel 30-60 Minuten vor dem Schwimmen ist in Ordnung und gibt sogar Energie. Wichtig ist, auf den eigenen Körper zu hören - wer sich voll oder unwohl fühlt, sollte lieber noch etwas warten.
Ja, Schwimmen wird von Orthopäden häufig bei Rückenproblemen empfohlen, besonders Rückenschwimmen und Kraulen. Die Auftriebskraft des Wassers entlastet die Wirbelsäule, während die Bewegungen die Rückenmuskulatur stärken. Bei akuten Schmerzen oder spezifischen Erkrankungen wie einem Bandscheibenvorfall sollte jedoch unbedingt vorher der behandelnde Arzt konsultiert werden.
Der beste Schwimmstil ist der, der dir am meisten Spaß macht und dir gut tut. Lass dich von einem erfahrenen Schwimmtrainer beraten, der deine körperlichen Voraussetzungen berücksichtigt. Viele Schwimmschulen bieten spezielle Technikkurse für Erwachsene an, in denen du verschiedene Stile ausprobieren kannst. Oft ist eine Kombination verschiedener Stile am effektivsten, um einseitige Belastungen zu vermeiden.
Der beste Zeitpunkt ist der, der gut in deinen Tagesablauf passt und zu dem du dich regelmäßig aufraffen kannst. Morgens sind die Bäder oft leerer, abends kann Schwimmen beim Abschalten helfen. Wichtig ist die Regelmäßigkeit - ob morgens, mittags oder abends. Manche Schwimmbäder bieten spezielle Zeiten für Berufstätige oder ruhige Stunden für Ängstliche an.
Ja, Winterschwimmen erfreut sich auch in Deutschland zunehmender Beliebtheit. Allerdings sollte man sich langsam an die niedrigen Temperaturen gewöhnen und nie alleine ins kalte Wasser gehen. Viele Seen haben im Winter geöffnete Badebereiche mit Rettungsschwimmern. Für Ungeübte empfiehlt sich zunächst ein Besuch im beheizten Freibad oder ein spezieller Winterschwimmkurs.
Erste Fortschritte sind oft schon nach wenigen Trainingseinheiten spürbar. Eine merkliche Verbesserung der Technik zeigt sich meist nach 8-12 Wochen regelmäßigen Trainings. Wichtig ist Geduld und Kontinuität - lieber kürzer und dafür öfter trainieren als selten und dafür zu intensiv. Ein Video-Feedback oder regelmäßige Korrekturen durch einen Trainer können den Lernprozess beschleunigen.

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