Mentoring: Erfahrungen teilen, Persönlichkeiten stärken
Mentoring unterstützt Menschen in ihrer Entwicklung, ermöglicht das Teilen wertvoller Erfahrungen und hilft dabei, Potenziale zu entfalten. Ob beruflich oder privat – Mentoring schafft wertvolle Verbindungen und fördert nachhaltiges Lernen.
Visuelle Einführung
Erwartung
Als mich die Anfrage erreichte, ob ich mir vorstellen könnte, Mentor zu werden, zögerte ich zunächst. Habe ich nach 15 Jahren im Beruf wirklich genug zu bieten? Doch dann erinnerte ich mich an meine eigene Zeit als Berufseinsteigerin in Frankfurt – wie hilfreich damals der Rat meiner Mentorin war, die mir zeigte, wie man sich im beruflichen Alltag behauptet. Ich beschloss, den Schritt zu wagen. Beim ersten Kaffee mit den Koordinator:innen des Programms spürte ich sofort: Hier geht es nicht um Allwissenheit, sondern ums Teilen von Erfahrungen. Ich begann, mir Gedanken zu machen: Wie kann ich mein Wissen am besten weitergeben? Welche Fehler sollte ich vermeiden? Die Mischung aus Vorfreude und Respekt vor der Verantwortung begleitete mich in den Tagen vor dem ersten Treffen.
Eintauchen
Unser erstes Kennenlernen fand in einem ruhigen Café statt. Der Duft von frisch gebrühtem Kaffee und leisen Jazzklängen schuf eine entspannte Atmosphäre. Mein Mentee, ein junger Mann Mitte 20, wirkte zunächst zurückhaltend. Doch als ich von meinen eigenen Stolpersteinen im Berufsleben erzählte, tauten die ersten Eisbrocken. Er erwähnte leise, dass er ähnliche Erfahrungen gemacht habe, und öffnete sich zunehmend. In den folgenden Wochen entwickelte sich unser Austausch zu einer echten Bereicherung. Besonders in Erinnerung blieb mir unser Gespräch nach einem seiner ersten großen Projekte. Die Freude in seiner Stimme, als er von seinen Erfolgen berichtete, war ansteckend. Ich spürte, wie wir beide in diesem Prozess wuchsen – er durch das Erproben neuer Wege, ich durch das Reflektieren meiner eigenen Erfahrungen.
Reflexion
Heute, nach über einem Jahr Mentoring, blicke ich mit großer Dankbarkeit auf diese Erfahrung zurück. Was als vorsichtiges Ausprobieren begann, hat sich zu einer tiefen, bereichernden Beziehung entwickelt. Mein Mentee hat inzwischen eine Führungsposition übernommen – und ich habe durch unsere Gespräche gelernt, Dinge aus einer neuen Perspektive zu sehen. Besonders berührt hat mich sein Feedback: 'Durch unsere Gespräche habe ich nicht nur beruflich an Sicherheit gewonnen, sondern auch gelernt, meinen eigenen Weg zu gehen.' Das zeigt mir: Mentoring ist keine Einbahnstraße, sondern ein Geben und Nehmen, von dem beide Seiten profitieren. Inzwischen kann ich jedem nur raten: Trauen Sie sich, Mentor:in zu werden – es ist eine der lohnendsten Erfahrungen meines Lebens.
- Nehmen Sie an einem Einführungsworkshop einer etablierten Mentoring-Organisation teil
- Definieren Sie Ihr persönliches Mentoring-Profil: Welche Themen und Zielgruppen liegen Ihnen besonders?
- Erstellen Sie ein klares Profil auf einer etablierten Mentoring-Plattform
- Stellen Sie sich in Ihrem beruflichen Netzwerk (XING, LinkedIn) als Mentor:in zur Verfügung
- Starten Sie mit einer klaren Vereinbarung: Ziele, Erwartungen und Rahmenbedingungen mit Ihrem Mentee besprechen
- Tauschen Sie sich mit anderen Mentor:innen aus, z.B. in regionalen Stammtischen oder Online-Foren
- Planen Sie regelmäßige Reflexionsphasen ein, um Ihre Erfahrungen zu verarbeiten
- Mindestens 3 Jahre Berufserfahrung im jeweiligen Fachgebiet
- Regelmäßige Zeitressourcen (ca. 2-4 Stunden pro Monat, je nach Vereinbarung mit dem Mentee)
- Bereitschaft zur Selbstreflexion und Weiterbildung
- Grundkenntnisse in Gesprächsführung
- Offenheit für andere Perspektiven und Lebensentwürfe
- Digitale Kompetenz für Online-Treffen (Zoom, Teams o.ä.)
- Geduld und die Fähigkeit, zuzuhören
Mentoring erfordert Verantwortungsbewusstsein und Einfühlungsvermögen. Wichtige Aspekte: - Klare Grenzen zwischen beruflicher und privater Ebene wahren - Vertraulichkeit wahren (besonders bei sensiblen beruflichen Themen) - Bei psychischen Belastungen des Mentees professionelle Hilfe vermitteln - Regelmäßige Reflexion der Mentoring-Beziehung - Beachtung der DSGVO bei digitalem Austausch - Sensibler Umgang mit kulturellen Unterschieden - Barrierefreie Kommunikation anbieten