Leitfaden

Mentoring: Erfahrungen teilen, Persönlichkeiten stärken

Mentoring unterstützt Menschen in ihrer Entwicklung, ermöglicht das Teilen wertvoller Erfahrungen und hilft dabei, Potenziale zu entfalten. Ob beruflich oder privat – Mentoring schafft wertvolle Verbindungen und fördert nachhaltiges Lernen.

Veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert am

Visuelle Einführung

Eine Gruppe von Menschen sitzt um einen Holztisch
Zwei Frauen stehen vor einer beschriebenen Tafel
Photo by Walls.io on Unsplash
Lehrerin interagiert mit Schülern im Klassenzimmer
Eine Person hält eine blaue Schachtel
Photo by Seema Miah on Unsplash
Mann steht vor einer Tafel und einem Projektor.
Frau zeigt auf farbige Haftnotizen an der Wand
Ein Holzblock mit dem Wort "Lehrer"
Eine Person schreibt an ein Whiteboard
Ein Mann und eine Frau stehen vor einem Whiteboard
Photo by Walls.io on Unsplash
Lehrer stellt Schülern im Klassenzimmer eine Frage.
Zwei Männer stehen zusammen
Eine Person schreibt an einem Whiteboard
Menschen sitzen tagsüber auf einer Bank
Ein Konferenzraum mit Tisch und Stühlen
Zwei Männer stehen zusammen
Lehrer unterrichtet Schüler in einem Klassenzimmer
Mann und Frau sitzen auf Stühlen
eine Gruppe von Frauen, die an einem Holztisch sitzen
Photo by Walls.io on Unsplash
Mann unterrichtet vor einer mit Notizen gefüllten Tafel.
Selektive Fokusaufnahme einer Frau im grauen Blazer, die eine Frau im schwarzen Oberteil ansieht

Erwartung

Als mich die Anfrage erreichte, ob ich mir vorstellen könnte, Mentor zu werden, zögerte ich zunächst. Habe ich nach 15 Jahren im Beruf wirklich genug zu bieten? Doch dann erinnerte ich mich an meine eigene Zeit als Berufseinsteigerin in Frankfurt – wie hilfreich damals der Rat meiner Mentorin war, die mir zeigte, wie man sich im beruflichen Alltag behauptet. Ich beschloss, den Schritt zu wagen. Beim ersten Kaffee mit den Koordinator:innen des Programms spürte ich sofort: Hier geht es nicht um Allwissenheit, sondern ums Teilen von Erfahrungen. Ich begann, mir Gedanken zu machen: Wie kann ich mein Wissen am besten weitergeben? Welche Fehler sollte ich vermeiden? Die Mischung aus Vorfreude und Respekt vor der Verantwortung begleitete mich in den Tagen vor dem ersten Treffen.

Eintauchen

Unser erstes Kennenlernen fand in einem ruhigen Café statt. Der Duft von frisch gebrühtem Kaffee und leisen Jazzklängen schuf eine entspannte Atmosphäre. Mein Mentee, ein junger Mann Mitte 20, wirkte zunächst zurückhaltend. Doch als ich von meinen eigenen Stolpersteinen im Berufsleben erzählte, tauten die ersten Eisbrocken. Er erwähnte leise, dass er ähnliche Erfahrungen gemacht habe, und öffnete sich zunehmend. In den folgenden Wochen entwickelte sich unser Austausch zu einer echten Bereicherung. Besonders in Erinnerung blieb mir unser Gespräch nach einem seiner ersten großen Projekte. Die Freude in seiner Stimme, als er von seinen Erfolgen berichtete, war ansteckend. Ich spürte, wie wir beide in diesem Prozess wuchsen – er durch das Erproben neuer Wege, ich durch das Reflektieren meiner eigenen Erfahrungen.

Reflexion

Heute, nach über einem Jahr Mentoring, blicke ich mit großer Dankbarkeit auf diese Erfahrung zurück. Was als vorsichtiges Ausprobieren begann, hat sich zu einer tiefen, bereichernden Beziehung entwickelt. Mein Mentee hat inzwischen eine Führungsposition übernommen – und ich habe durch unsere Gespräche gelernt, Dinge aus einer neuen Perspektive zu sehen. Besonders berührt hat mich sein Feedback: 'Durch unsere Gespräche habe ich nicht nur beruflich an Sicherheit gewonnen, sondern auch gelernt, meinen eigenen Weg zu gehen.' Das zeigt mir: Mentoring ist keine Einbahnstraße, sondern ein Geben und Nehmen, von dem beide Seiten profitieren. Inzwischen kann ich jedem nur raten: Trauen Sie sich, Mentor:in zu werden – es ist eine der lohnendsten Erfahrungen meines Lebens.

Durch das Erklären eigener Erfahrungen vertiefen Sie Ihr Fachwissen und entwickeln neue Perspektiven – ein echter Lerneffekt auf beiden Seiten.
Als Mentor:in leisten Sie einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft und fördern den Wissenstransfer zwischen Generationen.
Der Austausch mit jüngeren Generationen hält Sie auf dem Laufenden und zeigt Ihnen neue Sichtweisen auf.
Mentoring eröffnet neue berufliche Kontakte und Kooperationsmöglichkeiten über Ihren eigenen Wirkungskreis hinaus.
Sie schärfen Ihre Fähigkeit, andere zu motivieren und zu fördern – eine zentrale Führungskompetenz.
Die Freude zu sehen, wie Ihr Mentee wächst und sich entwickelt, ist eine der bereicherndsten Erfahrungen.
Sie prägen die nächste Generation und können wichtige berufliche Werte und Haltungen vermitteln.
  1. Nehmen Sie an einem Einführungsworkshop einer etablierten Mentoring-Organisation teil
  2. Definieren Sie Ihr persönliches Mentoring-Profil: Welche Themen und Zielgruppen liegen Ihnen besonders?
  3. Erstellen Sie ein klares Profil auf einer etablierten Mentoring-Plattform
  4. Stellen Sie sich in Ihrem beruflichen Netzwerk (XING, LinkedIn) als Mentor:in zur Verfügung
  5. Starten Sie mit einer klaren Vereinbarung: Ziele, Erwartungen und Rahmenbedingungen mit Ihrem Mentee besprechen
  6. Tauschen Sie sich mit anderen Mentor:innen aus, z.B. in regionalen Stammtischen oder Online-Foren
  7. Planen Sie regelmäßige Reflexionsphasen ein, um Ihre Erfahrungen zu verarbeiten
  • Mindestens 3 Jahre Berufserfahrung im jeweiligen Fachgebiet
  • Regelmäßige Zeitressourcen (ca. 2-4 Stunden pro Monat, je nach Vereinbarung mit dem Mentee)
  • Bereitschaft zur Selbstreflexion und Weiterbildung
  • Grundkenntnisse in Gesprächsführung
  • Offenheit für andere Perspektiven und Lebensentwürfe
  • Digitale Kompetenz für Online-Treffen (Zoom, Teams o.ä.)
  • Geduld und die Fähigkeit, zuzuhören

Mentoring erfordert Verantwortungsbewusstsein und Einfühlungsvermögen. Wichtige Aspekte: - Klare Grenzen zwischen beruflicher und privater Ebene wahren - Vertraulichkeit wahren (besonders bei sensiblen beruflichen Themen) - Bei psychischen Belastungen des Mentees professionelle Hilfe vermitteln - Regelmäßige Reflexion der Mentoring-Beziehung - Beachtung der DSGVO bei digitalem Austausch - Sensibler Umgang mit kulturellen Unterschieden - Barrierefreie Kommunikation anbieten

Ein typisches Mentoring erstreckt sich über 6-12 Monate mit etwa 2-4 Stunden Zeitaufwand monatlich. Wichtig ist, dass Sie realistische Zeitfenster wählen, die Sie langfristig einhalten können. Viele Tandems treffen sich alle 2-4 Wochen für 1-2 Stunden.
Nein, eine formale Ausbildung ist nicht erforderlich. Wichtiger sind Lebenserfahrung, Offenheit und die Bereitschaft zum Austausch. Viele Organisationen bieten kostenlose Einführungsworkshops an, die ich sehr empfehlen kann.
Es gibt verschiedene Wege: Über etablierte Programme für Auszubildende, Hochschulprogramme oder spezialisierte Plattformen. Auch in Ihrem beruflichen Umfeld oder auf Karrieremessen können Sie auf potenzielle Mentees treffen.
Ehrlichkeit schafft Vertrauen! Sagen Sie offen, wenn Sie etwas nicht wissen. Gemeinsam können Sie dann nach Lösungen suchen oder sich an Expert:innen wenden. Niemand erwartet Allwissenheit.
In schwierigen Phasen ist es wichtig, professionell zu bleiben. Nutzen Sie die Unterstützung von Programmkoordinator:innen und scheuen Sie sich nicht, bei Bedarf externe Hilfe hinzuziehen. Klare Kommunikation ist hier das A und O.
Absolut! Viele Tandems nutzen mittlerweile digitale Tools wie Zoom oder Microsoft Teams. Wichtig sind eine stabile Internetverbindung und ein ruhiger Ort für die Gespräche. Manche Themen lassen sich sogar besser in der digitalen Distanz besprechen.
Ein klares Ende mit einer gemeinsamen Reflexion ist wichtig. Besprechen Sie die erreichten Ziele und würdigen Sie die gemeinsame Zeit. Viele Tandems vereinbaren ein lockeres 'Update'-Treffen in ein paar Monaten.
Häufige Stolpersteine sind zu hohe Erwartungen an sich selbst, fehlende Zielsetzung oder das Überschreiten der eigenen Kompetenzen. Hier hilft regelmäßige Reflexion und der Austausch mit anderen Mentor:innen.
Das hängt von Ihrer Kapazität ab. Für den Anfang empfehle ich, mit einer Person zu starten. Später können Sie je nach zeitlichen Ressourcen die Anzahl langsam erhöhen. Wichtig ist, dass die Qualität nicht leidet.
Erfolg zeigt sich nicht nur an konkreten Ergebnissen, sondern auch an der Entwicklung Ihres Mentees und der Qualität der Beziehung. Regelmäßiges Feedback hilft, den Fortschritt zu messen.
Während Coaching eher lösungs- und zielorientiert ist, steht beim Mentoring die Beziehung und der langfristige Austausch im Vordergrund. Als Mentor:in teilen Sie auch persönliche Erfahrungen und sind oft längerfristig involviert.
Aber sicher! Lebenserfahrung ist eine wertvolle Ressource. Viele Organisationen suchen gezielt Senior-Expert:innen, die ihr Wissen an jüngere Generationen weitergeben möchten. Das Alter spielt dabei keine Rolle – Hauptsache, Sie sind motiviert und haben Freude am Austausch.

Starten Sie als Mentor:in durch und gestalten Sie Zukunft mit!